Eine einmalige fotografische Dokumentation

Steckbrief Robert

  • Name: Robert Alan Packard
  • Geburtsjahr: 1953
  • Geburtsort: Yankton Reservation, South Dakota, USA
  • Größe: 1,85 m

 

Besonderheiten:

  • Robert ist der einzige echte Yankton-Sioux-Indianer in ganz Europa.
  • Als Schauspieler hat er unter anderem bei „Der Schuh des Manitu“ mitgewirkt.

 

 

Steckbrief Petja

  • Name: Petja der Grauwolf
  • Geburtsdatum: 10. Mai 2017
  • Geburtsort: Bayerwald-Tierpark Lohberg
  • Größe: 70 cm

 

Besonderheiten:

  • Petja ist ein echter Europäischer Grauwolf, der heute im Wildpark Lüneburger Heide lebt.
  • Er wurde von Tanja Askani mit der Hand aufgezogen. Nur dadurch ist es möglich, sich dem Wolf unter bestimmten Bedingungen zu nähern.

 

 

Dies ist die Geschichte von einem einmaligen Treffen mit ungewissem Ausgang

 

Am 22. Januar 2019 reisten wir mit dem Auto von Berlin aus zum Wildpark Lüneburger Heide für ein Fotoshooting mit ungewissem Ausgang. Während der Fahrt berichtete Robert von einer spirituellen Verbindung zwischen Wölfen und Indianern, seinem Respekt vor diesen beeindruckenden Tieren und von seinen Vorfahren, die den Erfolg ihrer Jagd nicht selten mit den Wölfen teilten.

 

Besonders beschäftigte uns die Frage, wie wohl die Wölfe im Wildpark auf ihn reagieren würden. Wölfe sind von Natur aus vorsichtig, ziehen gewöhnlich den Rückzug einem Angriff vor.

 

Am Morgen des 23. Januar 2019 zeigte das Thermometer minus sieben Grad Celsius, bei leichtem Schneefall. Robert bekleidete sich mit seiner Stammestracht, bestehend aus unbehandeltem Leder, Perlen, Adlerfedern und Knochen, die insgesamt einer authentischen Kopie der Sioux-Stammestracht entspricht. Ein sehr kostbares Gewand, an dem jede Feder und jeder Knochen eine symbolische Bedeutung hat.

Tanja und Wölfe

Aus meinen früheren Filmarbeiten mit Wölfen wusste ich, dass die Tiere sehr stürmisch und zuweilen grob sein können, was im Rudelverhalten völlig normal ist, bei uns Menschen aber leicht zu Blessuren und beschädigten Kleidungsstücken führen kann. Ich riet Robert daher zu einer pragmatischeren Kleidung, was er ablehnte, weil diese nicht authentisch sei.

 

Gegen 10:00 Uhr trafen wir Tanja Askani im Wildpark Lüneburger Heide. Tanja arbeitet seit 28 Jahren mit Wölfen und ist eine international anerkannte Expertin. Im Wildpark Lüneburger Heide leben zwei Polarwölfe, vier Timberwölfe und drei Europäische Grauwölfe.

 

Polarwolf Nitika

Polarwolf Inuk

Timberwolf Ori

Timberwolf Lenox

       

Timberwolf Luis

Grauwolf Kolja

Grauwolf Petja

Grauwolf Rico

       
   

Robert und Inuk

Der Polarwolf Inuk

Gegen 10:30 Uhr traf Robert auf den erst 9 Monate alten Polarwolf Inuk. Mit einer Schulterhöhe von fast 80 cm hat Inuk in seinem jungen Alter bereits eine stattliche Größe erreicht. Der weiße Inuk näherte sich Robert kaum, bewegte sich stattdessen in einem Radius von etwa drei bis fünf Metern um Robert und ließ sich nicht einmal mit rohen Fleischstücken anlocken. Tanja verblüffte das Verhalten, hatte sich doch gerade Inuk in der Vergangenheit als unerschrocken und zugänglich gezeigt. Robert sagte sichtlich enttäuscht, dass Tiere wie auch Menschen zueinander passen müssten. Inuk passe nicht zu ihm.

   

Robert und Rico

Der alte Grauwolf Rico

Gegen Mittag kam es zur Begegnung zwischen Robert und Rico, einem 15 Jahre alten Grauwolf. Rico hat schon viel in seinem langen Leben erlebt und so empfing er Robert entsprechend gelassen. Er zeigte sich freundlich, verlor jedoch schnell das Interesse.

   

Robert und Kolja

Der Zerstörer Kolja

Ganz anders verhielt sich anschließend Kolja, ein zwei Jahre alter Grauwolf . Sein Interesse konzentrierte sich allerdings nach kurzer Zeit allein auf die Kleidung von Robert, die er langsam zu zerlegen begann.

   

Robert, Petja und Kolja

Petja, der Freund des Indianers

Petja, ein weiterer Grauwolf, der anfangs noch gemeinsam mit Kolja um Robert herumgeschlichen war, brachte schließlich die notwendige Courage auf und freundete sich im Laufe des zweiten Tages sogar etwas mit Robert an. Dennoch verlief das Treffen für Robert nicht ohne Blessuren. Neben einer Verletzung im Gesicht blutete auch sein rechter Handballen. Der Perlenschmuck am rechten Unterarmbogenschutz war beschädigt und die Aufhängung der Adlerknochen am Hals gerissen.

 

Rückblickend empfand Robert die Nähe zu Petja als überwältigend. Den Atem, das Fell und die gebändigte Wildheit, die jederzeit ausbrechen könne, sagte Robert, werde er nie vergessen.