Zahnerkrankung bei Hunden

 

Erfahren Sie von dem Tierarzt Dr. Altstaedten, wie Zahnerkrankungen bei Ihrem Hund entstehen, wie Sie diese erkennen und welche Möglichkeiten es zur Vorbeugung oder Behandlung gibt.

Dr. Altstaedten ist Veterinärmediziner mit über 45 Jahren Berufserfahrung. Seine Haustier-Sprechstunden in der Wiesbadener Praxis sind auch bekannt aus dem Fernsehen, wo er als Dr. Wolf in der Sendung "hundkatzemaus" bei VOX zu sehen war. Als Wildtierarzt kümmert sich Dr. Altstaedten mehrmals im Jahr auf Wildtierfarmen um eingefangene und verletzte Tiere. Die auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie z.B. der afrikanische Wildhund, sind ihm ein besonders Anliegen, aber auch der lahmende oder an einer Krallenbettentzündung leidende Löwe.

Erkrankungen der Zähne aus tierärztlicher Sicht

Die Zähne unserer Hunde zeigen deutlich die Abstammung vom Raubtier und Beutegreifer, also von einem Fleischfresser. Ursprünglich dienen die langen Eckzähne (Dentes canini) zum Ergreifen, Festhalten und Töten der Beute, während die Backenzähne wie die Schenkel einer Schere Stücke aus der Beute schneiden können. Mahlende Bewegungen der Backenzähne wie bei uns Menschen sind nicht möglich. So werden die herausgeschnittenen Stücke im Ganzen heruntergeschluckt.

Bei der Jagd fliegt die Zunge von Wölfen mit schäumendem Speichel hin und her und reinigt die Zähne. Auch beim Zerteilen der Beute werden die Zähne durch Haut und zähe Körpereile gefordert und gereinigt.

Unsere Hunde gehen heute nicht mehr oder nur ganz selten auf die Jagd nach einem Beutetier. Sie bekommen ihr Fressen von uns vorgesetzt, manchmal dreimal am Tag.

Das Futter – Dosenfutter oder Trockenfutter, seltener rohe oder gekochte Fleischstücke und andere Zusätze – muss der Hund nicht mehr großartig zerteilen. Er schluckt die Stücke einfach herunter. Und das hat Auswirkungen: In der tierärztlichen Praxis haben wir es fast täglich mit kranken Gebissen der Hunde zu tun. An erster Stelle stehen Zahnstein und Parodontose. Ein fauliger Maulgeruch deutet auf vergammelte, faule, vereiterte Zähne hin. Nicht selten müssen bei einem Hund Zahnstein entfernt und Zähne gezogen werden. Besonders viele kleinrassige Hunde leiden unter diesen Zahnerkrankungen, während Jagdhunde, Windhunde und Gebrauchshunde weniger darunter leiden. Diese Entzündungen im Maul unserer Hunde sind vielfach der Auslöser schwerer Herzkrankheiten.
Übrigens: Knochen reinigen die Zähne nicht, sie führen beim Zerbeißen eher zu Zahnverletzungen und Knochensplitter im Darm zu unnötigen Operationen.
Nur Hyänen können Knochen zerbeißen und auch verdauen.

Potenziale für die Mundhygiene und Zahngesundheit hat beispielsweise Süßholz. Die in der Wurzel enthaltenen Substanzen wie Glycyrrhizin, Glabridin und Licoricidin könnte zur Karies- und Parodontitisvorbeugung beitragen.

Beispiel 1 aus dem Praxisalltag

Frau Müller kommt mit ihrem Yorki „Krümmel“ in die Praxis mit dem Vorbericht, dass ihm beim Fressen zum Teil Futter aus dem Maul fällt und er nicht mehr so munter ist wie früher. Bei der allgemeinen Untersuchung wird festgestellt, dass er gerötete, bläuliche Schleimhäute hat, fürchterlich aus dem Maul stinkt und ein Herzgeräusch hat. Bei der näheren Inspektion der Maulhöhle wird massiver Zahnstein festgestellt und viele Zähne sind locker.

Das Zahnfleisch an einem großen Backenzahn hat sich zurückgebildet und es hat sich an den zum Teil freiliegenden Wurzeln Eiter gebildet. Der gemessene Blutdruck ist stark erhöht und bei der Herzuntersuchung stellt sich eine Herzinsuffizienz heraus, die von einer defekten Herzklappe verursacht wird. Außerdem hat sich das Herz enorm dilatiert (vergrößert). Frau Müller wird empfohlen, mit den entsprechenden Medikamenten eine Herzstabilisierung und Blutdrucksenkung herbeizuführen. Außerdem wird ein Termin vereinbart, eine Maulsanierung, das heißt: Zahnsteinentfernung, faule Zähne ziehen und Parodontosebehandlung unter Sedierung oder Narkose. Danach wird eine zusätzliche Antibiotikabehandlung über zehn Tage vereinbart, um die Keime in der Maulhöhle abzutöten.
Weiter wird empfohlen dem Hund mindestens zweimal pro Woche mit einer Fingerzahnbürste und einer speziellen Hundezahnpasta die Zähne zu reinigen.

Zudem sollte er für etwa sechs Monate ein veterinärmedizinisches Diätfutter erhalten, das über entzündungshemmende Inhaltsstoffe verfügt.
Für die Zukunft wird Frau Müller geraten, dass Hundefutter mit Trockenfleisch zu ergänzen, um auf die Bedürfnisse des Hundegebisses besser einzugehen.

Beispiel 2 aus dem Praxisalltag


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Thema: Zahnerkrankung bei Ihrem Hund

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