Übergewicht bei Hunden

 

Erfahren Sie von dem Tierarzt Dr. Altstaedten, wie Sie ein Gewichtsproblem bei Ihrem Hund erkennen, welche Folgen Übergewicht für Ihren Hund haben kann und wie Sie das Gewichtsproblem am besten lösen.

Dr. Altstaedten ist Veterinärmediziner mit über 45 Jahren Berufserfahrung. Seine Haustier-Sprechstunden in der Wiesbadener Praxis sind auch bekannt aus dem Fernsehen, wo er als Dr. Wolf in der Sendung "hundkatzemaus" bei VOX zu sehen war. Als Wildtierarzt kümmert sich Dr. Altstaedten mehrmals im Jahr auf Wildtierfarmen um eingefangene und verletzte Tiere. Die auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie z.B. der afrikanische Wildhund, sind ihm ein besonders Anliegen, aber auch der lahmende oder an einer Krallenbettentzündung leidende Löwe.

Übergewicht aus tierärztlicher Sicht

Nicht nur Menschen haben mit Übergewicht zu kämpfen, sondern auch unsere Hunde.

In der täglichen Praxis werden immer wieder Hunde vorgestellt, die einfach zu dick sind. Wenn ein Dackel 18 kg auf die Waage bringt – normal sind etwa 8 bis 10 kg –, kann man sich vorstellen, dass der Hund die Freude an der Bewegung verliert, weil sein Übergewicht ihm Probleme und Schmerzen mit den Gelenken beschert. Wenn wir als Besitzer dagegen nichts unternehmen, sind Schäden an den Gelenken vorprogrammiert und der Hund kommt in einen Teufelskreis: Hunger, Fressen, Übergewicht, Gelenkschmerzen, keine Bewegung, Arthrose, Organschäden und so weiter ...

Der Hund stammt ja von fleischfressenden Raubtieren, den Wölfen, ab. Normalerweise produziert sein Magen nicht laufend Magensäure, sondern erst, wenn nach anstrengender Jagd die Beute erlegt ist und das Fressen unmittelbar bevorsteht. Der Magen kann sich enorm ausdehnen, sodass eine große Menge Futter aufgenommen werden kann. Wer weiß, wann es wieder etwas zu fressen gibt?

Unsere vom Menschen verwöhnten Hunde bekommen manchmal dreimal am Tag etwas zu fressen und zwischendurch ein Leckerchen. Daher produzieren viele Hunde wie wir Menschen rund um die Uhr Magensäure, was zu Problemen führt, da die Magensäure des Hundes wesentlich stärker ist als die des Menschen, was wiederum zu einem dauernden Hungergefühl führt. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre beim Hund sind gar nicht so selten. Hochenergiereiches Nassfutter und Trockenfutter mehrfach täglich sowie wenig Bewegung führen einfach zu Übergewicht, zu dicken Hunden.

Um Arthrose und anderen mit Übergewicht zusammenhängenden Krankheiten vorzubeugen, muss ihr Hund artgerecht gefüttert werden und braucht viel Bewegung.

Beispiel 1 aus dem Praxisalltag

Frau Schmalz kommt mit ihrem Schäferhund Rex in die Praxis. Er hat Mühe, die Stufen zum Praxiseingang hochzulaufen. Schnaufend steht er im Behandlungsraum vor mir und setzt sich gleich darauf hin. Frau Schmalz berichtet, dass der Hund gar nicht mehr spazieren gehen möchte. Bei der allgemeinen Untersuchung von Herz und Lunge werden keine Abnormitäten festgestellt, aber beim Vorführen wird eine deutliche Lahmheit in der Hinterhand sichtbar.

Ja, der Hund ist zu dick: Die Waage zeigt 48 kg Körpergewicht an. Normal wären etwa 30 kg. Die Beugeproben der Hinterhand zeigen deutliche Schmerzen in den Gelenken. Wir verabreden einen Termin zur Röntgenuntersuchung, um festzustellen, wie stark die Veränderungen in den Gelenken sind.

Vorläufige Empfehlung: ein sättigendes, energiearmes Diätfutter ohne Getreide mit einem entzündungshemmenden Zusatz, zunehmend steigernde Bewegung, eventuell eine Schmerztherapie. Weitere Maßnahmen nach Auswertung der Röntgenbilder.

 

Beispiel 2 aus dem Praxisalltag


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Thema: Übergewicht bei meinem Hund

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2 Comments

  1. Kerstin L. sagt:

    Lieber Doktor Altstaedten,
    können Sie mir bitte sagen, ob ich mit dem gewählten Futter( Wolfsblut Wide Plain Light) die richtige Wahl getroffen habe oder ob ich noch etwas verbessern könnte.
    Unsere Mix Hündin Mokie, 11 Jahre alt und kastriert hat Übergewicht und Arthrose und Spondylose. Seit Januar arbeiten wir an der Gewichtsreduktion von anfänglichen 19 kg sind wir nun bei 17 kg, Ziel sind 15 kg. Durch die Arthrose haben wir immer wieder Phasen, wo die Möglichkeiten der Bewegung stark eingeschränkt sind.
    Mokie bekommt 140g Trockenfutter pro Tag, in zwei Portionen. Abends gibt es ein kleines Leckerli, als Betthupferl.
    Eine Traumeel und eine Zeel Tablette. Und einen Teelöffel Grünlippmuschelpulver.
    Das Metacam vom Tierarzt soll ich nur im Akutfall geben, da sie darauf mit Durchfall reagiert.
    Ich versuche Mokie 2 Stunden pro Tag draußen zu bewegen, natürlich in immer kurze Spaziergänge dafür aber öfter. Und Physiotherapieübungen machen wir auch.
    Mokie verträgt leider nur Trockenfutter auf alles andere reagiert sie mit wässrigem Durchfall.
    Dr. Altstädten, es wäre wunderbar, wenn Sie noch ein paar Tipps für uns hätten, damit das Gewicht vielleicht etwas schneller runter geht und die Arthroseschmerzen gelindert werden können. Vielleicht haben Sie auch noch einen Tipp gegen aufgeplatzte, raue, spröde Ballen.
    Viele liebe Grüße aus Berlin, Kerstin Lemke und Mokie

    • Dr. Altstaedten sagt:

      Hallo Frau Lemke,

      eine pauschale Beantwortung Ihrer Frage ist schwierig, da die Gewichtsreduktion auch sehr von der Stoffwechsellage abhängig ist.
      Auch sind neben dem absoluten Körpergewicht Ihres Hundes die Körperumfänge zu betrachten, da Muskulatur generell mehr wiegt als Fettgewebe.
      Als Futtermenge sollten Sie diese immer der täglichen Aktivität anpassen.
      Wide Plain Light ist als eine der „leichteren“, energiearmen Sorten sehr gut für übergewichtige Hunde geeignet. Wenn allerdings von der empfohlenen Tagesmenge zu wenig gefüttert wird, besteht die Gefahr dass der Körper vermehrt Fettgewebe bildet, da der Körper in den sogenannten Hungerstoffwechsel verfällt.
      Daher sollte die Futtermenge bei Ihrem Hund nicht weiter reduziert werden, weil der Grundstoffwechsel für das aktuelle Körpergewicht abgedeckt werden muss.
      Eine Gewichtsreduktion von 2 kg auf das Gesamtgewicht Ihres Hundes gesehen, sollte auch langsam erfolgen.
      Unterstützend zu den täglichen Spaziergängen können hier sogenannte Denkspiele bzw. Schnüffelspiele dienen. Eine kurze Trainingseinheit ist ausreichend, da diese Aktivitäten sehr viel Energie verbrauchen.
      Bei rauen spröden Ballen können Sie lokal eine dünne Schicht Kokosöl auftragen. Hier ist es auch nicht schlimm oder schädlich, wenn Ihr Hund einen Teil davon ablecken sollte.

      Mit freundlichem Gruß
      Dr. W. Altstaedten (Dr. Wolf)
      Tierarzt

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