Hautkrankheiten (Dermatose) und übermäßigem Haarausfall bei Hunden

 

Erfahren Sie von dem Tierarzt Dr. Altstaedten mögliche Ursachen von Hautkrankheiten und übermäßigem Haarausfall bei Hunden sowie Diagnose- und Behandlungsverfahren.

Dr. Altstaedten ist Veterinärmediziner mit über 45 Jahren Berufserfahrung. Seine Haustier-Sprechstunden in der Wiesbadener Praxis sind auch bekannt aus dem Fernsehen, wo er als Dr. Wolf in der Sendung "hundkatzemaus" bei VOX zu sehen war. Als Wildtierarzt kümmert sich Dr. Altstaedten mehrmals im Jahr auf Wildtierfarmen um eingefangene und verletzte Tiere. Die auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie z.B. der afrikanische Wildhund, sind ihm ein besonders Anliegen, aber auch der lahmende oder an einer Krallenbettentzündung leidende Löwe.

Haut- und Fellerkrankungen aus tierärztlicher Sicht

Dr. AltstettenDie Haut ist das größte Organ des Körpers unserer Hunde. Das von ihr produzierte Fell kann Hunde vor eisiger Kälte (Schlittenhunde) oder auch in der Wüste (Asawaks, Salukis) vor Überhitzung bewahren. Hundehaut hat übrigens nur an den Pfoten Schweißdrüsen, sodass eine Abkühlung des Körpers auch durch Flüssigkeitsverdunstung mit Hecheln erreicht wird. Andererseits bietet die Haut Ektoparasiten wie Flöhen, Läusen, Zecken und Milben eine Heimat, mit der Gefahr einer Übertragung von Infektionskrankheiten. So ist es immens wichtig, die Haut gesund zu erhalten.  Dabei spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Nicht nur das Abwehrsystem (Immunsystem) der Haut, sondern auch die Produktion neuer Hautzellen verlangen nach einer ausgewogenen, getreidefreien Ernährung.

Brüchiges, stumpfes Haarkleid, Haarausfall, Juckreiz und Entzündungen der Haut spielen in der tierärztlichen Praxis eine große Rolle. Dabei kommt es nicht nur auf die Bekämpfung von Parasiten, Bakterien und Hautpilzen an, sondern zusätzlich auf die Regeneration der Haut durch ein diätisches Alleinfutter mit den für die Haut wichtigen Spurenelementen wie Zink sowie ungesättigten Fettsäuren etc.

Aber auch Allergien und Schilddrüsenerkrankungen ergeben ein verändertes Bild der Haut und der Haare.

So ist es für einen Tierarzt wichtig, bei Hautveränderungen die richtige Diagnose nicht nur durch Anschauen mit speziellem Licht (Wood`sche Lampe bei Hautpilzen), sondern auch mithilfe von Hautgeschapseln und Blutuntersuchungen zu stellen.

Beispiel 1 aus dem Praxisalltag

Mister Cook kommt mit seinem viel zu dicken Schäferhund in die Praxis.

An den Hinterbeinen sind großflächige haarlose Stellen mit roten Entzündungsherden zu sehen. Das Haarkleid insgesamt macht einen stumpfen, brüchigen Eindruck. Nach Auskunft des Mister Cook besteht dieser Zustand schon länger mit vergeblichen Behandlungsversuchen verschiedener Tierärzte. Nach der ausgiebigen Betrachtung der veränderten Hautareale wird mithilfe der Wood`schen Lampe erst einmal eine Hautpilzinfektion ausgeschlossen. Nun wird ein Hautgeschapsel an einer besonders schlimmen veränderten, entzündeten Hautstelle entnommen. Das entnommene Hautgeschapsel wird für die mikroskopische Untersuchung vorbereitet und anschließend unter das Mikroskop gelegt. Eine Mikroskopkamera überträgt das Bild auf einen Computerbildschirm. Nach einigem Suchen deute ich auf dem Bildschirm bei 400-facher Vergrößerung auf sich bewegende winzig kleine Parasiten. Es sind Demodex-Milben, die in der Haut an den Haarwurzeln und den Haarwurzeldrüsen schmarotzen. Sie führen bei massenhaftem Befall zu Entzündungen und Juckreiz. Durch Kratzen der juckenden Stellen wird die Haut verletzt und öffnet dadurch Tür und Tor für Bakterien und Hautpilze.

Die Behandlung schließt nicht nur die Abtötung der Parasiten ein, sondern auch eine entzündungshemmende Injektion, eventuell eine antibiotische Injektion oder eine medizinische Waschung gegen Bakterien und Hautpilze.

Es wird eindringlich auf eine Diätfütterung mit speziellen Zusätzen zur Entzündungshemmung und Hautregeneration hingewiesen.

Beispiel 2 aus dem Praxisalltag


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Thema: Hauterkrankungen und Fellerkrankungen bei Ihrem Hund

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2 Comments

  1. Sandra sagt:

    Ich habe einen Golden Retriever, 5 Jahre alt. Er hat seit zwei Jahren ständig Hotspots am hinteren oberen Rücken, nähe Schwanzansatz und auf der Brust.
    Er stinkt schrecklich. Ich habe schon verschiedenste Salben ausprobiert, alles hilft nur kurzfristig. Jetzt habe ich einen Allergietest machen lassen, er ist gegen alles Übliche allergisch. Pferd wurde nicht getestet. Was empfehlen Sie mir?

    • Dr. Altstaedten sagt:

      Hallo Frau Muenz,

      ein Hot Spot entsteht durch ein selbst induziertes Trauma. Juckreiz, Schmerzen etc. veranlassen den Hund sich an der entsprechenden Körperstelle zu beißen, zu kratzen und zu lecken. Das Ergebnis ist eine oberflächliche, gut begrenzte, rundliche Hautentzündung, die schmerzt, juckt und säftet. Oft wird der Hot Spot dann noch mit Bakterien (Staphylokokken und/oder Hautpilze (Hefepilze)) infiziert.
      Wichtig ist die Ursache herauszufinden. Als häufigste Ursache sind Flohstiche (Flohstichallergie) anzusehen besonders, wenn sich die Hot Spots im Lumbalreich, Rücken und Schwanzansatz befinden. Aber auch andere Ektoparasiten wie Milben, Zecken, Haarlinge und Läuse kommen als Verursacher in Frage. Seltener sind Hot Spots ein Symptom auf eine Futtermittel- oder eine Umweltallergie.
      Ihr Tierarzt sollte eine komplette dermatologische Untersuchung inklusiv der Ohren zur Ursachenerforschung durchführen. Um eine Futtermittelallergie auszuschließen ist eine Ausschlussdiät, z. B. mit Pferdefleisch, über 6 bis 8 Wochen durchzuführen.
      Nach Abstellen der Ursache und der Behandlung der Hot Spots ist ein Diätfutter zur Regenation der Haut sehr hilfreich.

      Mit freundlichem Gruß
      Dr. W. Altstaedten
      Tierarzt

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