Chronische Niereninsuffizienz bei Hunden

 

Erfahren Sie von dem Tierarzt Dr. Altstaedten, wie sich eine chronische Niereninsuffizienz bei Ihrem Hund bemerkbar macht, wie sie diagnostiziert wird und wie Sie Ihrem Hund helfen können.

Dr. Altstaedten ist Veterinärmediziner mit über 45 Jahren Berufserfahrung. Seine Haustier-Sprechstunden in der Wiesbadener Praxis sind auch bekannt aus dem Fernsehen, wo er als Dr. Wolf in der Sendung "hundkatzemaus" bei VOX zu sehen war. Als Wildtierarzt kümmert sich Dr. Altstaedten mehrmals im Jahr auf Wildtierfarmen um eingefangene und verletzte Tiere. Die auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie z.B. der afrikanische Wildhund, sind ihm ein besonders Anliegen, aber auch der lahmende oder an einer Krallenbettentzündung leidende Löwe.

Erkrankungen der Nieren aus tierärztlicher Sicht

Die Nieren sind ein wichtiges Entgiftungsorgan des Körpers unserer Hunde.

Erkrankungen der Nieren sind gar nicht so selten, besonders bei älteren Hunden, und werden oft nicht oder zu spät erkannt. So kommt es trotz Behandlung häufig zu einem Nierenschaden, sodass das Entgiftungsorgan nicht mehr voll leistungsfähig ist. Die Niere ist dann insuffizient und kann die harnpflichtigen Giftstoffe nicht mehr ausfiltrieren.
Die Ursachen sind vielfältig: Infektionen, Giftstoffe, Verkalkungen, Steinbildungen, falsche Ernährung, zu geringe Flüssigkeitszufuhr etc. Die Diagnose einer Nierenerkrankung kann durch Blut- und Harnuntersuchungen im Labor bestätigt werden. Außerdem sind noch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen von Bedeutung.
Eine Niereninsuffizienz kann akut oder chronisch sein. Eine auf die Nierenerkrankung abgestimmte Diät spielt während der Behandlung eine äußerst wichtige Rolle.

Bei der Zusammensetzung des Nierendiätfutters ist auf eine getreidefreie, phosphor- und eiweißreduzierte Zusammensetzung zu achten, mit gut verdaulichem Eiweiß und einem entzündungshemmenden Zusatz, denn oft sind Entzündungen der Auslöser oder die Folge einer chronischen Niereninsuffizienz.

Die Blutwerte und der Urin sind während der Behandlung und im Verlauf der Niereninsuffizienz regelmäßig zu kontrollieren.

Ganz wichtig ist auch zur Vorbeugung immer, das Trinkverhalten eines Hundes zu beobachten. Ausreichend und viel trinken, besonders bei Trockenfutter, und genügend Bewegung beugt einer Nierenerkrankung vor.

Beispiel 1 aus dem Praxisalltag

Frau Ratzel kommt mit ihrem 14 Jahre alten Hund in die Praxis mit dem Vorbericht, dass er müde und apathisch ist und viel trinkt und manchmal auch Blut im Urin hat.

Der Hund wird auf dem Tisch einer allgemeinen Untersuchung unterzogen. Dabei wird festgestellt, dass er eine urämischen (riecht nach Urin) Geruch aus dem Maul hat. Frau Ratzel wird mit dem Hund in den Park geschickt, um mit einem speziellen Gläschen Urin aufzufangen. Sie kommt nach fünf Minuten mit ein paar aufgefangenen Tropfen zurück.
Auf dem Labortisch werden in einem Schnelltestverfahren 12 Urinwerte bestimmt. Der Wert für Protein, Bilirubin und Leukozyten ist erhöht. Es besteht der Verdacht auf eine Infektion der ableitenden Harnwege. Um die Nierenfunktion zu prüfen, wird dem Hund noch Blut abgenommen und ins Labor geschickt. Die Werte sind einen Tag später per Internet da: Harnstoff-, Phosphor- und Natriumwerte sind erhöht. Das spricht diagnostisch schon für eine Schädigung der Niere.

Außer Antibiotikum-Tabletten für 10 Tage wird dem Hund noch eine Nierendiät verordnet, um die geschädigte Niere zu schonen. Bei der Kontrolluntersuchung nach einer Woche berichtet Frau Ratzel, dass der Hund viel munterer ist und im Urin auch kein Blut mehr zu entdecken sei. Ich empfehle das Antibiotika wie verabredet zu Ende zu nehmen und die Nierendiätfütterung weiter fortzusetzen. Eine Kontrolle der Blutwerte sollte in 4 Wochen erfolgen. Frau Ratzel verlässt froh die Praxis, nachdem der Hund noch freudig ein Leckerchen angenommen hat.

Beispiel 2 aus dem Praxisalltag


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Thema: Chronische Niereninsuffizienz bei Ihrem Hund

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