Schweißhunde Ernährung: Was Arbeitshunde wirklich brauchen
Schweißhunde leisten Außergewöhnliches: Sie arbeiten stundenlang konzentriert in unwegsamem Gelände, oft bei extremen Witterungsbedingungen. Was viele nicht wissen: Die richtige Ernährung entscheidet darüber, ob ein Hund diese Belastungen gesund und leistungsstark meistert – oder vorzeitig an seine Grenzen kommt.
Wir haben mit Stefan Mayer gesprochen. Er ist anerkannter Schweißhundeführer in der Schweißhundestation Südschwarzwald und führt seit über 30 Jahren Jagdhunde. Im Interview erklärt er, wie er seine Schweißhunde ernährt, trainiert und nach anspruchsvollen Einsätzen regeneriert.
Unser Experte: Stefan Mayer – über 30 Jahre Erfahrung mit Schweißhunden

Stefan Mayer führt seit 1992 Jagdhunde und ist anerkannter Nachsuchenführer für die Kreisjägervereinigungen Lörrach und Waldshut. Mit seiner 2002 gewölften Steirischen Rauhaarbracke „Emmi" gewann er 2005 die Internationale Vergleichsschweißprüfung mit der Maximalpunktzahl und einem 1. Preis. Im selben Jahr erreichte das Gespann auch auf der Hauptprüfung einen 1. Preis.
Gemeinsam mit seiner Frau Daniela, die ebenfalls anerkannte Schweißhundeführerin und Hundephysiotherapeutin ist, führt er aktuell fünf Hunde. In der Schweißhundestation Südschwarzwald arbeiten sie mit insgesamt 7 Hundeführern, 6 Schweißhunden und 10 Bei- und Stöberhunden zusammen.
Seine jahrzehntelange Erfahrung macht Stefan Mayer zu einem der kompetentesten Ansprechpartner, wenn es um die Schweißhunde Ernährung und den Arbeitsalltag von Arbeitshunden geht.
Was macht ein Schweißhund – und warum ist das so anspruchsvoll?
Stefan, für alle, die mit dem Begriff nicht so vertraut sind: Was genau ist die Aufgabe eines Schweißhundes?
Schweißhunde sind absolute Spezialisten im Ausarbeiten einer Duftspur – egal ob von Menschen oder Tieren. In der Jägersprache nennen wir die Duftspur eines Tieres „Fährte". Dabei ist es wichtig, dass der Hund ein einzelnes Individuum verfolgt. Das gilt beim Mantrailing genauso wie bei der Jagd.
Heute werden Schweißhunde fast ausschließlich für die sogenannte „Nachsuche" eingesetzt: die Suche nach verletztem Wild. Gerade im Straßenverkehr gibt es häufig Kollisionen, bei denen Tiere verletzt im Wald verschwinden. Hier kommen unsere Hunde zum Einsatz – oft über viele Kilometer hinweg. Auch bei Jagdunfällen stehen Schweißhunde bereit, um verletzte Tiere schnellstmöglich zu erlösen. Und nicht zuletzt werden sie bei der Personensuche, also beim Mantrailing, eingesetzt.
Zwei Rassen haben sich über die Jahrhunderte als Spezialisten herauskristallisiert: der Hannoversche Schweißhund und der Bayerische Gebirgsschweißhund. Aber auch viele andere Rassen können bei konsequenter Ausbildung sehr gute Leistungen vollbringen.
Ausbildung und Alltag: So wird aus einem Welpen ein verlässlicher Arbeitshund
Wie wird aus einem jungen Hund überhaupt ein verlässlicher Schweißhund?
Die Ausbildung beginnt möglichst früh – ab der 8. bis 10. Woche. Dabei lernt der junge Hund, dass er nur über Geruchsdifferenzierung und das Ausarbeiten einer individuellen Duftspur zum Erfolg kommt. Wir arbeiten in der Regel mit einer Futterbelohnung am Ende der Fährte. Gut geeignet sind Nassfutter, die unsere Hunde nach der Arbeit gierig aufnehmen.
Mit etwa einem Jahr absolvieren die Hunde dann die Prüfung – ohne die dürfen sie in der Praxis nicht eingesetzt werden. Danach wird der junge Hund an die Praxis herangeführt. Wie CICERO schon sagte: „Reden lernt man durch reden." Übertragen auf unsere Arbeit heißt das: Suchen lernt der Hund nur durch Suchen. Ein Hund muss etwa 100 Arbeiten in der Praxis geleistet haben, damit er ein verlässlicher Schweißhund wird.
Wie viele Hunde führst du aktuell und welche Rassen nutzt du für die Schweißarbeit?
Zusammen mit meiner Frau Daniela, die ebenfalls anerkannte Schweißhundeführerin ist, führen wir aktuell 5 Hunde. Davon sind 2 ausgebildete und geprüfte Schweißhunde. Die drei Terrier, die noch zu unserem Haushalt gehören, sind sogenannte Beihunde, die den Schweißhund unterstützen, wenn das verletzte Tier wegrennt und die Hunde es fangen sollen.
Wie sieht bei dir ein typischer Einsatztag aus?
Die Einsätze sind nicht planbar, da es sich ja immer um Unfälle oder Unglücke handelt. Wir bekommen die Anforderung, terminieren den Einsatz und müssen unsere beruflichen Termine entsprechend umlegen – wir arbeiten als Schweißhundeführer ja ehrenamtlich. Wenn wir unsere Ausrüstung packen, merken die Hunde sofort, dass es losgeht.
Ab dem Start des Einsatzes bestimmt eigentlich der Hund, wo es hingeht. Die Einsätze können nach wenigen Minuten beendet sein, wenn wir das verunfallte Wild schnell finden. Häufig sind wir aber mehrere Stunden und Kilometer in unwegsamem Gelände unterwegs – was die Hunde und uns entsprechend beansprucht.
Schweißhunde Ernährung: Worauf es wirklich ankommt
Welche körperlichen und mentalen Belastungen wirken auf den Hund während einer anspruchsvollen Fährte?
Die Hunde arbeiten „Offroad" – in unwegsamen Geländen. Hier im Schwarzwald sind die steilen, felsigen Hänge belastend. Dazu kommen Brombeeren, Clematis, Schwarzdorn und extreme Temperaturen. Die mentale Herausforderung ist vor allem die extrem hohe Konzentration auf die Spur, oft über mehrere Kilometer. Dabei werden häufig anspruchsvolle Bereiche durchquert, in denen der Hund eine Vielzahl von Ablenkungen ertragen muss – andere Hunde, Wildtiere und vieles mehr.
Woran erkennst du, dass ein Hund an seiner Belastungsgrenze ist?
Da wir sehr viele Stunden mit unseren Hunden arbeiten, kennen wir das Verhalten und die Körpersprache unseres Kameraden in- und auswendig. Daher sehen wir sofort, wenn sich am Arbeitsverhalten etwas ändert oder die Körpersprache sich ändert und der Hund eine Pause benötigt.
Was ist für dich entscheidend, damit ein Schweißhund nach einem Einsatz schnell wieder fit ist?
Da handhaben wir es wie bei einem Spitzensportler. Direkt nach dem Einsatz werden die Hunde kurz nach Verletzungen gecheckt, bekommen Wasser und ein wenig Nahrung, werden in warme Mäntel gepackt und zuhause mit hochwertigem Futter, Wasser und Wärme versorgt.
Wie hältst du deine Hunde während der Saison dauerhaft leistungsfähig?
Hier spielt vor allem die ausgewogene Ernährung und regenerative Bewegung eine wichtige Rolle. Damit ist der Grundstein für einen leistungsfähigen Hund gelegt. Zudem kommt noch das entsprechende Konditionstraining in den einsatzarmen Zeiten hinzu. Da gehen wir mit den Hunden joggen, Langlaufen oder trainieren sie auf dem Laufband.
Welche grundlegenden Anforderungen stellt ein Schweißhund an die Ernährung, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben?
Da die Einsätze oft über Stunden gehen, haben die Hunde einen hohen Energiebedarf. Daher ist die ausgewogene und angepasste Ernährung der Schlüssel für die Leistungsfähigkeit unserer „Ausdauersportler". Zudem sollte das Futter gut verträglich für Magen und Darm sein, da gerade nach den Einsätzen der gesamte Organismus geschwächt ist und nicht zusätzlich durch die Energieaufnahme belastet werden sollte.
Die richtige Fütterungsstrategie für Schweißhunde
Wie gestaltest du die Fütterung vor, während und nach einem fordernden Einsatztag?
Da die Einsätze nicht geplant werden können, halten wir es mit der Fütterung eigentlich immer nach demselben Ablauf: Morgens eine kleine Menge Futter mit viel Flüssigkeit und abends bekommen die Hunde dann die Hauptmenge an Futter. Während der Arbeit braucht der Hund eigentlich nur Flüssigkeit, die wir bei uns tragen oder die der Hund selbstständig an sauberen Bächen zu sich nimmt. Ganz selten bekommt der Hund, wenn wir eine Unterzuckerung vermuten, ein paar Milliliter einer Traubenzuckerlösung.
Welche Nährstoffe oder Fütterungsstrategien haben sich für dich besonders bewährt?
Jagdhunde, insbesondere Schweißhunde, profitieren von einer energie- und fettreichen Fütterung mit hochwertigem tierischem Protein, da ihre Arbeit durch lange, gleichmäßige Ausdauerleistung geprägt ist. Fett stellt dabei den wichtigsten Energieträger dar, während moderate, gut verdauliche Kohlenhydrate die Regeneration unterstützen können.
Bewährt haben sich zudem Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Magnesium sowie Zink zur Unterstützung von Nervenfunktion, Nasenleistung, Muskulatur und Pfoten. Entscheidend ist auch das richtige Fütterungs-Timing: keine große Mahlzeit vor dem Einsatz und eine gezielte Regenerationsration danach.
Die häufigsten Fehler bei der Schweißhunde Ernährung
Gibt es häufige Fehler, die du bei der Fütterung von Arbeitshunden immer wieder siehst?
Oft kann ein falsches Fütterungs-Timing beobachtet werden – vor allem Mahlzeiten kurz vor dem Einsatz, was nicht nur den Körper belastet, sondern auch die Gefahr der Magendrehung erhöht. Auch eine Fütterung direkt nach dem Einsatz kann den ohnehin belasteten Organismus zusätzlich fordern. Nach intensiver Arbeit stehen Durchblutung und Stoffwechsel noch unter Stress, die Verdauung ist herabgesetzt. Sinnvoll ist daher eine kurze Erholungsphase mit Wasserangebot, bevor eine angepasste, leicht verdauliche Regenerationsration erfolgt.
Viele Arbeitshunde werden ganzjährig gleich gefüttert, obwohl Belastung, Energiebedarf und Regenerationszeiten stark schwanken. In arbeitsintensiven Phasen enthalten die Rationen häufig zu viele Kohlenhydrate und zu wenig Fett, während eine gezielte Anpassung an die tatsächliche Arbeitsleistung fehlt. In arbeitsarmen Zeiten hingegen wird oft weiterhin fettreich gefüttert, obwohl dieser Energiegehalt nicht benötigt wird und den Stoffwechsel unnötig belastet.
Viele Rationen sind auf „Sport" ausgelegt, liefern aber nicht die gleichmäßige Energie, die Arbeitshunde brauchen. Das führt zu Leistungseinbrüchen und schneller Ermüdung.
Zudem werden Mikronährstoffe wie Zink, Magnesium, B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren oft unterschätzt. Nicht die Futtermenge, sondern Zusammensetzung, Qualität und Zeitpunkt der Fütterung entscheiden über Leistungsfähigkeit und Regeneration.
Gab es Einsätze, bei denen dir besonders bewusst wurde, welchen Unterschied gute Ernährungs- und Konditionsarbeit macht?
Ja, insbesondere bei langen Nachsuchen, die über mehrere Kilometer in steilem Gelände gingen, wurde mir deutlich, wie groß der Unterschied ist. Die Hunde müssen über mehrere Stunden konzentriert arbeiten, was ihnen eine enorme Leistung abverlangt.
Hunde mit angepasster Fütterung und guter Kondition arbeiten über Stunden konzentriert, stabil und regenerieren deutlich schneller, während Defizite sich früh in nachlassender Ausdauer, geringerer Konzentration und längeren Erholungszeiten zeigen.
Hier kommt es uns zugute, dass Daniela Hundephysiotherapeutin ist und die Fitness der Hunde ständig im Auge hat. Die Hunde sind das ganze Jahr über trainiert, was Kraft, Ausdauer, Koordination und Konzentration angeht. Dazu gibt es für unsere Hunde nur bestes Futter.
Praxiserprobte Tipps für junge Hundeführer
Mein einfachster Tipp: Beobachtet euren Hund genau und passt Fütterung, Energiezufuhr und Trainingsbelastung an seine tatsächliche Arbeit an. Kleine Anpassungen – etwa mehr Fett in arbeitsreichen Zeiten, ausreichend Ruhephasen und eine hochwertige Proteinquelle – machen einen großen Unterschied für Ausdauer, Konzentration und Regeneration.
Regelmäßige Checks beim Tierarzt oder Hundephysiotherapeuten helfen, kleine Probleme frühzeitig zu erkennen und Futter sowie Training gezielt darauf abzustimmen.
Optimale Ernährung für Arbeitshunde: WOLFSBLUT ACTIVE
Für Schweißhunde und andere Arbeitshunde, die täglich Höchstleistungen erbringen, haben wir WOLFSBLUT ACTIVE entwickelt. Unsere Active Line ist speziell auf die Anforderungen aktiver Hunde abgestimmt, die einen höheren Energiebedarf aufweisen.
WOLFSBLUT ACTIVE Trockenfutter enthält einen optimalen Energie- und Fettgehalt, der genau auf die Bedürfnisse von Arbeitshunden wie Schweißhunden abgestimmt ist. So unterstützt du deinen Hund dabei, auch bei anspruchsvollen Einsätzen leistungsfähig zu bleiben und sich schnell zu regenerieren.
Die Vorteile von WOLFSBLUT ACTIVE:

✔ Speziell für aktive Hunde mit erhöhtem Energiebedarf
✔ Optimaler Energie- und Fettgehalt abgestimmt auf die Bedürfnisse aktiver Hunde
✔ Hochwertige Proteinquellen für Muskelerhalt und Regeneration
✔ Unterstützt Ausdauer und Konzentration bei langen Einsätzen
Fazit: Ernährung ist der Schlüssel zur Leistungsfähigkeit
Die jahrzehntelange Erfahrung von Stefan Mayer zeigt: Eine angepasste, hochwertige Ernährung ist entscheidend dafür, dass Schweißhunde ihre anspruchsvolle Arbeit über Jahre hinweg gesund und leistungsstark meistern können. Die wichtigsten Punkte für die Schweißhunde Ernährung:
- Energie- und fettreich füttern – Fett ist der wichtigste Energieträger für Ausdauerleistung
- Fütterungs-Timing beachten – keine große Mahlzeit vor dem Einsatz, Regenerationsration danach
- An die tatsächliche Arbeitsleistung anpassen – in arbeitsarmen Zeiten weniger fettreich füttern
- Auf hochwertige Proteinquellen achten – für Muskelerhalt und Regeneration
- Mikronährstoffe nicht unterschätzen – Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Magnesium und Zink unterstützen Nervenfunktion, Nasenleistung und Muskulatur
Mit der richtigen Ernährung legst du den Grundstein für einen leistungsfähigen, gesunden Arbeitshund, der auch nach anspruchsvollen Einsätzen schnell regeneriert und bereit für die nächste Herausforderung ist.

