Die violette, fast schwarze Aroniabeere gehört neben anderen Beerensorten wie Brombeere, Holunder, Heidelbeere, schwarze Johannisbeere, Schlehdorn-Sanddorn und Hagebutte zu den ernährungsphysiologisch wertvollsten Beerenarten in unserem Kulturkreis.

Wegen ihres hohen Gehalts an roten Farbstoffen und Flavonoiden nimmt die Aronia eine besondere Stellung ein.

Alle Beerensorten weisen hochwirksame, vorbeugende Eigenschaften auf. Die roten Farbstoffe in den Beeren, die so genannten Anthocyane, gehören zur Gruppe der Polyphenole, die als gesundheitsfördernde Substanzen gelten. Anthocyane (griech. „anthos“=Blüte, Blume; „kyaneos“=dunkelblau) sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die in nahezu allen höheren Pflanzen vorkommen und den Blüten und Früchten die rote, violette, blaue oder blauschwarze Färbung geben.

 

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen werden Anthocyanen Schutzwirkungen vor degenerativen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Gelenke, der Augen, der Haut und der Nieren zugeschrieben. Dies beruht auf ihrem antioxidativen Potenzial, also der Fähigkeit, Freie Radikale zu binden und somit antioxidativ zu wirken.

 

Die Aroniabeere, auch Apfelbeere oder schwarze (Edel-) Eberesche genannt – wegen ihrer Ähnlichkeit mit Heidelbeeren manchmal auch Große Baumheidelbeere -, gehört zu den Rosengewächsen. Ein hoher Gerbstoff-, Fruchtsäure- und Pektingehalt sind typisch für alle Rosengewächse (z. B. Hagebutte). Pektine sind besonders magen- und darmwirksam. Aufgrund des Tannin bezogenen Gerbsäuregehaltes schmecken die Aroniabeeren herb-süßsäuerlich, ähnlich unausgereiften Heidelbeeren und wirken zusammenziehend, weshalb sie nicht unbedingt für einen direkten Verzehr geeignet sind. Der frische Saft riecht leicht bittermandelartig und ist herb-aromatisch. Die Saftausbeute der Beeren beträgt nahezu 80%.
Aus dem östlichen Nordamerika stammend, kommt die Aronia in Europa heute hauptsächlich in Skandinavien und in osteuropäischen Ländern vor, in denen man zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kultivierung und Anlage in Plantagen begann. Bei uns ist die Aronia ein weniger bekannter Wildfruchtstrauch, der in einigen wenigen Gebieten in Deutschland angebaut wird. 

 

Flavonoide und Phenolsäuren sind charakteristisch für das besondere antioxidative Potenzial der Aroniabeere. Wissenschaftliche Studien belegen vor allem die die Vitalkraft fördernden und antientzündlichen Eigenschaften der in ihnen enthaltenen Anthocyane und Proanthocyane. Die Bedeutung antioxidativer Bestandteile in Beeren für die Erhaltung der Gesundheit und den Schutz vor koronaren Herzerkrankungen und Krebs ist nicht nur für Forscher interessant, sondern auch für Lebensmittelhersteller und Verbraucher. Die antioxidative Wirkung von Phenolen gründet sich vor allem auf ihre Redox-Eigenschaften, durch die sie in der Lage sind, reduzierend, als Wasserstoffspender oder als einzelne Sauerstoffbinder zu wirken. Außerdem verfügen sie über die Fähigkeit, Metalle zu binden. Die weniger bekannte Apfelbeere hat einen wesentlich höheren Gehalt an Anthocyan, Phenol und eine wesentlich´höhere antioxidative Wirkung als die Blaubeere, großfrüchtige Moosbeere und Preiselbeere

Seit dem 1. August 2006 gibt es in Deutschland ein aktuelles Forschungsprojekt, welches sich mit der medizinischen Wirksamkeit der Aroniabeere befasst. Insbesondere krebsvorbeugende und ernährungsphysiologische Gesichtspunkte stehen im Mittelpunkt der Studie. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgerichtet.
Aronia wirkt nachweislich vorbeugend für alle Beschwerden und Erkrankungen. Erfolgreiche Anwendungserfahrungen wurden dokumentiert bei:

  • Magenentzündung bei niedriger Sekretfunktion (anazide Gastritis)
  • Darmerkrankungen
  • Leber- und Galleerkrankungen
  • Hauterkrankungen, Allergien
  • Diabetes mellitus
  • Kinderkrankheiten (Scharlach, Masern)
  • Hypertonie und allen kardiovasculären Erkrankungen
  • Blutgerinsel
  • Harnröhreninfektion

In der russischen Volksmedizin gilt die Apfelbeere als Heilpflanze und wird als Allround- und Hausmittel eingesetzt, hauptsächlich bei Darm- und Hauterkrankungen, Harnwegsinfektionen und Bluthochdruck.
Reichlich kommen in der Aroniabeere insbesondere Vitamin P und als Spurenelemente Eisen und Jod vor. Weiterhin als fettlösliche Vitamine : Provitamin A, E, K; als wasserlösliche: B1, B2, B6, B9, B12, C, H.
Bei uns ist Aronia-Muttersaft in Reformhäusern und Apotheken erhältlich.

 


Quelle: Natur und Heilen, 11/2006, Autorin: Renate Petra Mehrwald

Bildquelle für die Fotomontage:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:800px-Aronia_melanocarpa.jpg&filetimestamp=20070711102701