Mariendistel

Die Mariendistel (Silybum marianum, früher: Carduus marianus) aus der Familie der Korbblütler ist nicht nur eine wichtige Heilpflanze, sondern auch ein sehr schönes Ziergewächs für den Garten. Die Mariendistel wird bis zu 1,5 m hoch und hat große, dunkelgrüne Blätter, die am Rand spitze Dornen tragen. Ihre wenigen rötlich-violetten Blüten fallen im Verhältnis zur Pflanzengröße relativ klein aus.


Die Mariendistel wurde bereits im Mittelalter in deutschen Klostergärten angebaut. Zunehmend erfolgt eine Verwendung der Mariendistelfrüchte auch im Bereich der Nutztierfütterung, wobei hier vor allem die lebertherapeutische Wirkung im Vordergrund steht.


Zu heil-medizinischen Zwecken werden von der Mariendistel heute nur die ca. sieben Millimeter langen, eiförmigen Früchte (Samen) verwendet. Sie sind graubraun bis glänzend schwarz marmoriert.


Das sind die Inhaltsstoffe der Mariendistel-Früchte:

  • Silymarin (bestehend aus den Einzelsubstanzen Silibinin, Silychristin und Silydianin)
  • Flavonoide
  • Öl (20-30%)
  • Eiweiß (25-30 %)


Die reifen Samen werden ab August geerntet.
Die Mariendistel gilt als das wirksamste natürliche Leberheilmittel.


Diese bis zu 150 cm große krautige Pflanze stammt ursprünglich aus Südeuropa, Südrußland, Kleinasien und Nordafrika. Man erkennt Sie an ihren großen, grün weiß marmorierten Blättern, die dornig gezähnt sind.


Die Korbblütenstände sind purpurrot gefärbt und kugelförmig. In den Blütenständen entwickeln sich samenartige Früchte, die zu Heilzwecken verwendet werden. Die Mariendistel wird in Gärten und Kulturen gezogen. Sie neigt zum Verwildern, deshalb findet man sie auch manchmal an warmen und trockenen Plätzen.


Vorkommen

Als Standort werden Ruderalstandorte wie Schuttplätze, Wegränder, Viehweiden über meist trockenen, steinigen Böden bevorzugt. Die Art ist vor allem zirkummediteran verbreitet, sie kommt aber auch in Südwestasien, auf den Kanaren, den Azoren und auf Madeira vor. In Mitteleuropa ist sie mancherorts eingebürgert.


Medizinische Anwendung

Der Wirkstoffkomplex Silymarin wirkt leberschützend, leberstärkend, entgiftend und regt den Gallenfluss sowie die Zirkulation an.


In der evidenzbasierten Medizin werden Lebervergiftungen (beispielsweise durch den Verzehr von Knollenblätterpilzen hervorgerufen) mit Silibinin, das aus den Früchten der Distel gewonnen wird, behandelt. Sylimarin verändert die Struktur der äußeren Zellmembran der Hepatozyten derart, dass Lebergifte nicht in das Zellinnere eindringen können. Sylimarin stimuliert die Aktivität der nukleolären Polymerase A, so dass es zur gesteigerten ribosomalen Proteinsynthese kommt. Dadurch wird die Regeneration der Leber erhöht.


Weitere Wirkstoffe der Pflanze sind: Bitterstoffe, Biogene Amine, Gerbstoff, Farbstoffe, in geringem Anteil auch ätherische Öle, unbekannte scharfe Substanzen und Harze.


In klinischen Studien zeigten sich auch Erfolge bei der Prävention von Haut- und Prostatakrebs, was mit der antioxidativen Wirkung begründet wird.


Weitere Anwendungen: Gallenbeschwerden, Magen- Darmbeschwerden, Migräne, Reisekrankheit, evtl. Trigeminusneuralgie, Krampfadern, Pfortaderstauung.


Zunehmend erfolgt eine Verwendung der Mariendistelfrüchte auch im Bereich der Nutztierfütterung, wobei hier vor allem die lebertherapeutische Wirkung im Vordergrund steht.
 

 


Bildquelle für die Fotomontage:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Silybum_marianum_2003-04-07.jpg&filetimestamp=20060704212137