Ein Hauptnahrungsmittel der Inkas und Azteken stellt hinsichtlich der wertbestimmenden Inhaltsstoffe selbst Vollkornvarianten heimischer Getreidesorten in den Schatten.

Die unscheinbaren Körner beinhalten vor allem jene Inhaltsstoffe, die in der Regel zu selten auf dem Speiseplan stehen.

Ca. 1/3 mehr Ballaststoffe und Zink im Vergleich zu Vollkornweizen, knapp die doppelte Menge Eisen, sowie außerordentliche Magnesium- und Calciumgehalte machen Amaranth zu einer wertvollen Bereicherung des abwechslungs- und nährstoffreichen Speiseplans.

Amaranth zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Bereits vor Jahrtausenden diente es in Südamerika als Grundnahrungsmittel sowie als Opfergabe für Götter. Lange Zeit galt die Pflanze des Amaranth als heilig. Inkas und Azteken glaubten in ihr die Quelle großer Kraft gefunden zu haben.
Durch die spanischen Eroberer wurde der Anbau verboten und die Felder vernichtet, um den Eingeborenenstämmen ihren Zusammenhalt, ihre Religion und ihre Energiequelle zu nehmen.

Der Name der senfkorngroßen Körner stammt aus dem Griechischen: Amaranthus bedeutet "unsterblich" bzw. "nicht welkend". Botanisch zählt Amaranth nicht wie andere Brot-Getreidearten zu den Gräsern, sondern zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und wird daher als Pseudo-Getreide oder Körnerfrucht bezeichnet. In vielen Klimaregionen der Welt nutzt man Amaranth aber auch als Blattgemüse.
Es ist eine sehr produktive und dabei genügsame Pflanzen. Je nach Bedingung wird sie innerhalb eines halben Jahres 50 cm bis über zwei Meter hoch und bildet Tausende von winzigen Samen an sehr großen, auffällig gefärbeten Fruchtständen. Sie kommt mit wenig Wasser aus und wächst auch in höheren und sehr hohen Bergregionen. Allerdings sind die meisten Kultivierten Sorten nicht frostresistent.

Der Protein- und Fettgehalt, sowie die Mineralstoffgehalte sind sehr hoch. Auch das meist im Mangel befindliche Lysin ist überdurchschnittlich vorhanden. Das Fettsäurespektrum weist hohe Anteile an ungesättigten Fettsäuren auf, darunter Linolsäure und Alpha-Linolensäure einer Fettsäure vom wertvollen Omega-3-Typ. Das in unserer Ernährung unzureichend vorhandene Magnesium erreicht Spitzengehalte. Calciumgehalte wie in Milch und hohe Eisengehalte wie in Hülsenfrüchten oder Ölsamen machen Amaranth zu einem diätetisch wertvollen Nahrungsmittel. Da es sich nicht um Getreide handelt, sind die Körner glutenfrei.

 


Bildquelle für die Fotomontage:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2006-10-18Amaranthus01.jpg